Über die Reihe

Thema

Wasser – Wald – Asphalt

Autor

Jens Kirsten

Thüringer Literaturrat e.V.

Ab Sep­tem­ber 2021 ver­öf­fent­li­chen wir alle 14 Tage einen Text in der neuen Reihe »Was­ser – Wald – Asphalt«.

Das Lang­zeit­pro­jekt »Lite­ra­tur­land Thü­rin­gen«, dem sich der Thü­rin­ger Lite­ra­tur­rat seit eini­gen Jah­ren ver­schrie­ben hat, trägt die Bezie­hung zwi­schen Land­schaft und Lite­ra­tur schon im Namen. Sie wird belegt durch bis­lang etwa 75 lite­ra­ri­sche Exkur­sio­nen und Spa­zier­gänge, die auf der Web­site www.literaturland-thueringen.de ihren Nie­der­schlag gefun­den haben und die sich allein oder unter kun­di­ger Füh­rung nach­wan­dern und nach­ge­hen lassen.

2015 frag­ten wir in einer Reihe nach »Dich­ters Wort an Dich­ters Ort«. 2017 kam das Begleit­pro­gramm zur Aus­stel­lung »Wan­der­lust oder Die Sehn­sucht nach dem Para­dies« hinzu, in des­sen Rah­men neben Wan­de­run­gen und Lesun­gen auch Texte ent­stan­den, die in der Rubrik »Lite­ra­tur und Land­schaft« nach­zu­le­sen sind. Nicht zuletzt tra­gen die »Thü­rin­ger Antho­lo­gie« (2018) und die Samm­lung »Der Weg ent­steht im Gehen. Lite­ra­ri­sche Texte aus 100 Jah­ren Thü­rin­gen« (2020), dem ver­bin­den­den Gedan­ken von Lite­ra­tur und Land­schaft Rechnung.

Doch ging und geht es uns im aktu­el­len Vor­ha­ben bei­leibe nicht um die Ver­klä­rung eines Idylls, wenn­gleich man­ches Gedicht und man­cher Text aus Thü­rin­gens Ver­gan­gen­heit die­sen Anschein erwe­cken mag, son­dern um die wache und kri­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit der Welt, in der wir leben.

»Wir leben unter uns das Land nicht ken­nend« heißt der Titel eines Gedichts von Ossip Man­del­s­tam, wel­ches sich auf den Dik­ta­tor Sta­lin bezieht, des­sen Grö­ßen­wahn der Dich­ter Man­del­s­tam wie so viele andere zum Opfer fiel. Nicht um Sta­lin und Dik­ta­tu­ren geht es im vor­lie­gen­den Pro­jekt, wohl aber um die gesell­schaft­li­che, künst­le­ri­sche und poli­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit glo­ba­len Res­sour­cen, dem Kli­ma­wan­del, dem täg­lich in der soge­nann­ten 1. Welt ange­häuf­ten Müll, der sei­nen Weg durch Flüsse in die Meere rund um den Glo­bus fin­det; das Aus­blei­ben der Zug­vö­gel, das Arten­ster­ben, Stürme, Tro­cken­heit, Unwet­ter, Kata­stro­phen. Thü­rin­gen ist längst kein Idyll im »grü­nen Her­zen« mehr, son­dern Teil einer glo­ba­li­sier­ten Welt, in der unser All­tag von all die­sen Fak­to­ren geprägt wird und der Ein­zelne sich dem kaum noch zu ent­zie­hen vermag.

Wir haben 2021 vier­zehn Schrift­stel­le­rin­nen und Schrift­stel­ler aus Thü­rin­gen gebe­ten, für unsere Reihe »Was­ser, Wald, Asphalt«, deren Titel auf die genann­ten Zusam­men­hänge anspielt, einen Text zu schrei­ben, der sich mit den drän­gen­den, hier kurz umris­se­nen Fra­gen aus­ein­an­der­setzt, die uns heute und mor­gen beschäf­ti­gen wer­den. Dabei geht es ebenso um kri­ti­sche Töne gehen, wie um das Aus­lo­ten von Refu­gien, Fluch­tor­ten oder Lebens­räu­men, denen Sie begeg­nen – in Thü­rin­gen und in der Welt.

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