Fragen an Thomas Spaniel

Person

Thomas Spaniel

Orte

Ilfeld

Nordhausen

Thema

Fragen an Thüringer Schriftstellerinnen und Schriftsteller

Externe Informationen

Thomas Spaniel bei Wikipedia

Autor

Thomas Spaniel

Reihe »Fragen an Thüringer Schriftstellerinnen und Schriftsteller« / Thüringer Literaturrat e.V.

1. Was ver­bin­det Sie, nicht nur beim Schrei­ben, mit Thü­rin­gen?
Da ich Fern­rei­sen nicht mag, freue ich mich immer wie­der über so viel geschicht­li­che und land­schaft­li­che Viel­falt auf der­art klei­nem Raum. Ent­ge­gen allen gehäs­si­gen und dümm­li­chen Reduk­ti­ons­ver­su­chen (sic!).

 

2. Was bringt Sie zum Schrei­ben?
Sinn­li­che Wahr­neh­mun­gen. Ich gehe an einem Haus vor­bei, in dem sich frü­her ein Milch­ge­schäft befand – jetzt zu einer Woh­nung umge­baut. Als Kind kaufte ich hier Milch in einer Alu­mi­ni­um­milch­kanne. Es roch in dem klei­nen Laden säu­er­lich. Ich stelle mir vor, daß die­ser Geruch noch heute nachts aus den Mau­ern strömt.

 

3. Füh­ren Sie Tage­buch oder ähn­li­che Auf­zeich­nun­gen, die Ihnen beim lite­ra­ri­schen Schrei­ben hel­fen?
Lose Auf­zeich­nun­gen. Spo­ra­disch, unda­tiert. Gele­gent­lich wer­den Gedichte dar­aus. Zum Teil nach Jah­ren. Oder es bleibt bei Noti­zen. Weg­randglos­sen.

 

4. Haben Sie feste Schreib­stun­den? Was/wer hält Sie vom Schrei­ben ab? Sind Sie ein Pro­kras­ti­na­teur?
Keine fes­ten Zei­ten. Die Texte bestim­men den Ablauf, nicht ich. Sie kom­men häu­fig unge­ru­fen. Ich muß dann fol­gen, reagie­ren. Am liebs­ten auf dem Tep­pich sit­zend, mit Blei­stift, in ein Mole­skine oder ähn­li­ches. Schäd­lich wir­ken sich Schreib­ti­sche und beruf­li­cher Streß aus. Nur ungern schiebe ich etwas vor mir her.

 

5. Ihr Lieb­lings­ort – in Thü­rin­gen oder anderswo?
Einen Lieb­lings­ort habe ich nicht. Wohl aber kann ich einige – für mich – magi­sche Orte auf­zäh­len. Das Dorf Gum­perda gehört dazu. Dort wohnte ich mit einer schö­nen blond­haa­ri­gen Frau und unse­ren zwei klei­nen Töch­tern in einem Schloß unter dem Dach.

 

6. Wo haben Sie das Thema zu Ihrem letz­ten Buch gefun­den?
Ich weiß nicht, ob man bei Gedich­ten von The­men spre­chen kann. Die Anlässe für die Texte kamen – und kom­men – aber häu­fig aus unmit­tel­ba­rer geo­gra­fi­scher Nähe (Siehe oben unter Nr.1).

 

7. Ihr Lieb­lings­buch?
Da ich nicht nur vor­wie­gend Gedichte schreibe, son­dern auch oft wel­che lese, kann ich kein Lieb­lings­buch vor­wei­sen. Mich beein­dru­cken eher ein­zelne Texte oder Autoren. Der Band von Tomas Tran­strö­mer „Das große Rät­sel“ hat mich fas­zi­niert. Er ent­hält neben einer Hand­voll Hai­kus nur fünf neue Texte. Ein star­kes Plä­doyer gegen die Geschwät­zig­keit in der Lite­ra­tur.

 

8. Haben Sie schon ein­mal etwas bereut, das Sie geschrie­ben haben?
Nein. Oder doch?

 

9. Was war für Sie Ihr größ­ter Erfolg?
Wäh­rend einer Lite­ra­tur­werk­statt meine Frau ken­nen­ge­lernt zu haben.

 

10. Wel­ches Wis­sens­ge­biet inter­es­siert Sie neben der Lite­ra­tur am meis­ten?
Ich bin sehr wis­sens­durs­tig.

 

11. Was ist für Sie Stil?
Weg­las­sen­kön­nen. Und Hüte tra­gen.

 

12. Wer ist für Sie die bedeu­tendste Per­son in Thü­rin­gen oder anderswo?
Mich inter­es­sie­ren vor­wie­gend Ergeb­nisse, Werke, Wir­kun­gen. Oder schöne Zei­len („The Future never spoke“ – Emily Dick­in­son). „Future“ hat sie übri­gens groß­ge­schrie­ben.

 

13. Hat man neben dem Schrei­ben noch Lust auf Bücher und Lesen – oder hal­ten Sie es mit Kurt Tuchol­sky: Das biß­chen, was ich lese, schreib ich mir selbst?
Bücher gehö­ren für mich zu den wich­tigs­ten Lebens­mit­teln.

 

14. Ihr Lieb­lings­schla­ger oder Lieb­lings­volks­lied?
Ein Gen­de­fekt hin­dert mich daran, Schla­ger zu hören. Ansons­ten viel­leicht: Han­nes Wader »Es ist an der Zeit«. Hat das Zeug zum Volks­lied.

 

15. Haben Sie ein (Lebens-)Motto?
Ja, aber das ist nicht von mir: No ideas but in things (Wil­liam Car­los Wil­liams).

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