Vortrag und Gespräch mit Heidelore Kneffel im Kultur: Haus Dacheröden in Erfurt

Wann:
12. Oktober 2018 um 19:00
2018-10-12T19:00:00+02:00
2018-10-12T19:15:00+02:00
Wo:
Kultur: Haus Dacheröden
Anger 37
99084 Erfurt
Deutschland
Preis:
5 €
Kontakt:
Kultur: Haus Dacheröden / Erfurter Herbstlese
0361-644 123 75

In der Reihe »HD+« ist die Dich­ter­stätte ›Sarah Kirsch‹ Lim­lin­ge­rode zu Gast im Haus Dacheröden

Sarah Kirsch, eine der bedeu­tends­ten Stim­men der deutsch­spra­chi­gen Lyrik des 20. Jahr­hun­derts, kam im April 1935 im Pfarr­haus von Lim­lin­ge­rode bei Nord­hau­sen als Ingrid Hella Irme­linde Bern­stein zur Welt und wurde in der benach­bar­ten Kir­che von ihrem Groß­va­ter getauft. Nach Kind­heit und Jugend in Hal­ber­stadt und dem Stu­dium der Bio­lo­gie in Halle ließ sie sich Ende der sech­zi­ger Jahre zunächst in Ost-Ber­lin nie­der. Als sie infolge ihres Pro­tes­tes gegen die Aus­bür­ge­rung von Wolf Bier­mann jedoch aus der SED und dem Schrift­stel­ler­ver­band der DDR aus­ge­schlos­sen wurde, erhielt sie 1977 die Erlaub­nis, gemein­sam mit ihrem inzwi­schen acht­jäh­ri­gen Sohn nach West-Ber­lin über­zu­sie­deln. Seit 1983 leb­ten beide dann in der ehe­ma­li­gen Schule von Tie­len­hemme in Schles­wig-Hol­stein, um – zumin­dest, was ihre Per­son anging – dort »in Ruhe zu ver­trot­teln«, wie Sarah Kirsch es nannte.

Die Erin­ne­run­gen an ihrem Geburts­ort aber haben die Dich­te­rin auch im »hohen Nor­den« nicht los­ge­las­sen: Mitte der neun­zi­ger Jahre kehrte Sarah Kirsch erst­mals wie­der zu den Stät­ten ihrer frü­hen Kind­heit zurück, und die­ser Kon­takt ver­ste­tigte sich, nach­dem sich in Lim­lin­ge­rode eine Gruppe enga­gier­ter Bür­ger zusam­men­ge­fun­den hatte, die der Lite­ra­tur und ins­be­son­dere dem Werk Sarah Kirschs im Ort eine Heim­stätte geben und dafür das alte Pfarr­haus vor dem wei­te­ren Ver­fall bewah­ren woll­ten. Und die­ses Vor­ha­ben gelang: Anfang des Jah­res 1997 wurde zunächst Kirschs Geburts­haus offi­zi­ell unter Denk­mal­schutz gestellt. Knapp ein Jahr spä­ter – im März 1998 – grün­dete sich der För­der­ver­ein Dich­ter­stätte Sarah Kirsch.

Mit ihrem Ein­ver­ständ­nis, mit ihrer ide­el­len und auch mate­ri­el­len Unter­stüt­zung trug die Dich­te­rin dazu bei, die ehe­ma­lige Pfarre in Lim­lin­ge­rode auf dem Hügel des Dor­fes im Süd­harz in ein Haus für die Lyrik zu ver­wan­deln. Ein Museum zu ihren Leb­zei­ten oder auch nach ihrem Tod aber wollte Sarah Kirsch nicht – ein Kul­tur­haus sollte es sein!

Im Juni 1997 las Sarah Kirsch zum ers­ten Mal in der voll­be­setz­ten Kir­che von Lim­lin­ge­rode aus ihren Gedich­ten, und seit 1998 wird jedes Jahr im April aus Anlass ihres Geburts­ta­ges ein neues Sarah-Kirsch-Pro­gramm aus ihren Wer­ken für Lim­lin­ge­rode zusam­men­ge­stellt und im Pfarr­haus vor­ge­tra­gen. Hinzu kom­men all­jähr­lich zahl­rei­che andere Akti­vi­tä­ten zu Lite­ra­tur und Kunst wie die zwei­tä­gi­gen »Lim­lin­ge­röder Dis­kurse« am jeweils letz­ten Juli­wo­chen­ende, die spe­zi­ell Sarah Kirsch gewid­me­ten Aus­stel­lun­gen mit Künst­lern aus der Region und ganz Deutsch­land, Musik­ver­an­stal­tun­gen, Vor­träge und vie­les mehr.

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